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Sonstige IT

WhatsApp: Facebook-Mitarbeiter lesen und bewerten WhatsApp-Nachrichten

Nach einer Recherche von ProPublica beschäftigt Facebook mehr als 1000 Mitarbeiter, die Nachrichten von WhatsApp-Nutzern lesen und bewerten. Daraus resultierende Informationen würden mit Strafverfolgungsbehörden geteilt. Das WhatsApp-Versprechen, wonach die Facebook-Tochter keinen Zugriff auf die über ihre Server geteilten Konversationen haben will, stellt sich demnach als unwahr heraus. Überraschung!

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Als der Facebook-Chef Mark Zuckerberg 2018 bei einer Anhörung vor dem US-Senat behauptete, dass man keinen Zugriff auf jegliche Inhalte von WhatsApp habe, hat er gelogen. Die Wahrheit ist laut ProPublica, dass gemeldete Inhalte von Mitarbeiter gesichtet und dann, je nach Inhalt, darauf reagiert werden würde. Entweder es wird nichts unternommen, der User wird gesperrt und / oder an die Strafverfolgungsbehören gemeldet.

Mehr als 1000 Prüfer beschäftigt

Mehr als 1000 Prüfer weltweit sichten gemeldete WhatsApp-Inhalte. Diese stundenweise beschäftigten Mitarbeiter, so ProPublica in ihrem Bericht, sitzen an Computern in nach Arbeitsaufgaben geordneten Gruppen und verwenden eine spezielle Facebook-Software, um Millionen von privaten Nachrichten, Bildern und Videos zu sichten. Sie urteilen über alles, was auf ihrem Bildschirm auftaucht – von Betrug oder Spam bis hin zu Kinderpornografie und potenziellen terroristischen Anschlägen – in der Regel in weniger als einer Minute. Die Überprüfung ist ein Element einer umfassenderen Überwachungsmaßnahme, bei der das Unternehmen auch unverschlüsseltes Material überprüft, einschließlich Daten über den Absender und sein Konto.

Was sind “gemeldete“ Inhalte?

Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, andere Nutzer oder Gruppen zu “melden“. Dies kann ganz willkürlich geschehen, indem man einfach auf den Namen des Nutzers oder der Gruppe tippt und dann “Kontakt melden“ wählt. Sodann wird man informiert, dass die “letzten Nachrichten“ dieses Benutzers an WhatsApp gemeldet werden. Was genau “letzte Nachrichten“ bedeutet, bleibt unklar. Und ob überhaupt ein anstössiger Inhalt vorliegt oder einfach nur denunziert wird, ist logischerweise erst klar, nachdem die Nachrichten von Dritten gelesen und die Privatsphäre aufgebrochen ist.

Um es klar zu sagen: Die Ende-zu-Ende Verschlüsselung von WhatsApp funktioniert. Nachrichten werden erst auf dem Gerät des Empfängers entschlüsselt. Werden sie aber “gemeldet“, ist die Verschlüsselung nicht mehr gegeben. Diverse Medien hatten in diesem Zusammenhang die Verschlüsselung von WhatsApp-Nachrichten generell in Frage gestellt, als sie den mittlerweile korrigierten Bericht von ProPublica aufgriffen. Und das ist nicht richtig.

WhatsApp: Nachrichten melden

Facebook und WhatsApp stehen seit langem aufgrund datenschutzrechtlicher Probleme immer wieder in der Kritik. Der Popularität von WhatsApp tut dies jedoch nur bedingt Abbruch. Facebook gab die Nutzerzahl von WhatsApp in 2020 mit über 2 Milliarden an. Aufgrund der Aktualisierung seiner Nutzungsbedingungen sind zwar viele User zu Alternativen wie Signal abgewandert, eine Wahrheit bleibt jedoch bestehen: Die Macht liegt beim Konsumenten. Spielt dieser sie nicht aus, wird sich nichts ändern. Da kann man empört Artikel wie diesen lesen (und auch verfassen) oder grimmig mit dem Finger auf Unternehmen wie Facebook zeigen, solange man will.

Weiterführende Links

Quellen: ProPublica, iphone-ticker.de und NETZPOLITIK.ORG. WhatsApp, Facebook und das WhatsApp-Logo sind eingetragene Warenzeichen von © Facebook Inc.
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