Hamersley Range, Pilbara Region von Barry T. Coles
Natur & Umwelt

Heilige Aborigine-Stätten zerstört – Rio Tinto-CEO räumt seinen Posten

Das britisch-australische Bergbauunternehmen Rio Tinto hat bereits im Mai diesen Jahres zwei heilige Aborigine-Stätten in Australien gesprengt, um Eisenerz abbauen zu können. Nach scharfen Protesten der australischen Ureinwohner und der UNESCO hat das Unternehmen angekündigt, dass CEO Jean-Sébastien Jacques seinen Posten Anfang 2021 abgeben wird.

Bei den Stätten handelt es sich um die Juukan Gorge Höhle und eine weitere heilige Stätte der Aborigines. In der Juukan Gorge Höhle waren mehrere archäologische Artefakte gefunden worden. Das Alter der Höhle wird auf etwa 46.000 Jahre geschätzt.

Flagge der Aborigines
Flagge der Aborigines

Ein besonders bedeutsamer Befund war ein Stück geflochtenes menschliches Haar, das aus Strähnen aus den Haaren mehrerer verschiedener Menschen zusammengewoben wurde und etwa 4.000 Jahre alt war. DNA-Tests ergaben, dass das Haar zu den direkten Vorfahren der heute lebenden Puutu Kunti Kurrama und Pinikura (PKKP) gehörte. Heather Builth, die für das Kulturerbe der PKKP zuständig ist, sagte gegenüber Rio Tinto, die Stätte gehöre zu den „Top Five“ der bedeutendsten Stätte in der gesamten Pilbara-Region, und der Archäologe Michael Slack sagte, dass einer der Felsunterstände, Juukan 2, von „höchster archäologischer Bedeutung in Australien“ sei, und, dass seine Bedeutung „nicht überbewertet werden“ könne.

Rio Tinto ließ sich jedoch nicht abhalten, die Sprengungen vorzunehmen, im Gegenteil: Anfänglich hatte Rio Tinto die Sprengung sogar noch verteidigt und argumentiert, sie sei vom zuständigen Bundesstaat genehmigt worden. Aborigene-Vertreter hatten protestiert, sie seien nicht rechtzeitig informiert worden, um die Sprengung zu verhindern. Rio Tinto entschuldigte sich später. „Was in Juukan passiert ist, war falsch”, räumt das Unternehmen heute ein.

Die Stätten der Aborigines mit allen Artefakten, die sich dort noch befunden haben mögen, sind dennoch unwiederbringlich zerstört. Und Rio Tinto wird seinen Profit machen.

Der Vorfall ist nur einer von vielen, bei denen in der Vergangenheit die Rechte und (spirituelles) Eigentum der Aborigines mit Füßen getreten wurde.

Beitragsbild: Hamersley Range, Pilbara Region von Barry T. Coles

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