YouTube-Videos, Haarentfernung und Maskenpflicht
Leben & Lifestyle

YouTube-Videos, Haarentfernung und Maskenpflicht

Ich habe da letztens so ein YouTube-Video angeschaut. Auf einem YouTube-Kanal, auf dem es fast ausschließlich um Make-Up geht. (Man muss sich ja schließlich weiterbilden.) Die Vloggerin hatte eine Wunde unmittelbar unter ihrer Nase und teilte der Zuschauerschaft mit, dass sie gestern beim Waxing gewesen sei und dass da halt auch ein bisserl Haut abgerissen wurde. Nun möchte man meinen, dass diese Information abschreckend wirkt. Das tut sie vermutlich auch bei den meisten Menschen. Ich aber habe die ganze Zeit nur daran gedacht, wie sehr mich meine fast weißen, kurzen, Minihärchen auf meiner Oberlippe doch stören, vor allem, wenn ich, wie seit neuestem, Lipliner und Lippenstift auftrage. Also gleich mal ab zu DM und Kaltwachsstreifen für‘s Gesicht gekauft. NATÜRLICH. Das macht man so, wenn man gerade erst gesehen hat, dass andere sich dabei die halbe Lippe weggerissen haben.

Da man 24 Stunden nach dem Wachsen keine parfumhaltigen Produkte auftragen soll, habe ich beschlossen, das Wachsen am Samstag Abend in Angriff zu nehmen. Sonntag, falls es Sie interessiert, ist der Tag, an dem ich meiner Haut eine Auszeit gönne und mich nicht schminke. Mein Mann war Feuer und Flamme für dieses Projekt. Nicht etwa, weil ihn meine Härchen auf der Oberlippe störten (er meinte, das sei ein kaum auffallender niedlicher Flaum), sondern weil er begeistert von der Idee war, mir die Kaltwachsstreifen (*) abzuziehen. Diplomatischerweise fügte er hinzu, das sei nichts Persönliches, er wolle nur helfen.

 

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Grafik: Pretty Sleepy Art

 

Ich drückte also den ersten Kaltwachsstreifen anleitungsgemäß in Haarwuchsrichtung streifend auf die rechte Seite oberhalb meiner Lippe. Der Mann stand bereits mit glänzenden Augen erwartungsvoll neben mir. Er durfte den Streifen abziehen. Er versuchte es zumindest. Beim ersten Mal war das Wachs stärker als er. Beim zweiten Versuch wendete er etwas mehr Gewalt an. Er riss also so heftig daran, dass er mir beinahe die Lippe abriss, während er Schwierigkeiten hatte, noch das Gleichgewicht zu halten. Aber hey. Kein einziges Haar war übrig geblieben. Und meine Oberlippe wurde auch nur ein kleinwenig skalpiert. Und weil‘s so schön war, weiter auf der anderen Seite. Hier konnte er dann den benötigten Kraftaufwand schon so gut einschätzen, dass ich nicht mehr befürchten musste, nicht nur Haare, sondern gleich meine ganze Oberlippe an den Kaltwachsstreifen zu verlieren. Das Ergebnis werde ich allerdings erst später beurteilen können. Aktuell ist meine Oberlippe röter als der Hintern eines Pavians und dicker als damals die Lippen von Chiara Ohoven. Inzwischen frage ich mich, ob sie ihre Lippen vielleicht wirklich nicht hat aufspritzen lassen, sondern einfach nur die Oberlippe gewachst hatte …

 

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Foto: Michael Heinbockel

 

P.S.: Dass ich nach dem ersten Versuch des Mannes, den Kaltwachsstreifen abzuziehen, erst einmal heftige Kreislaufprobleme bekommen habe, so dass ich beschlossen habe, das Wachsen der Augenbrauen auf einen noch unbestimmten Tag in der Zukunft zu verschieben, und dass ich niemals gedacht hätte, einmal so dankbar für die kommende Maskenpflicht zu sein, lasse ich an dieser Stelle lieber unerwähnt. Sie könnten mich sonst für eine Beauty-Guru-Weichei halten.

P.P.S.: Scheiße. Das juckt vielleicht!

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Geschrieben von

Autorin. Rechtsanwältin. Apfel-affin. Katzennärrin. Nervtötend.

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