SAS Kellinghusen - Turm
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SAS Kellinghusen – Lost Place: Nuklear-Waffen-Lager des US-Militärs

Etwas abseits von Kellinghusen in Schleswig-Holstein liegt das ehemalige Nuklear-Waffen-Lager SAS Kellinghusen. SAS steht für Special Ammunition Storage. Im kalten Krieg waren hier nukleare Sprengköpfe gelagert. Streng bewacht, versteht sich. Aufgegeben wurde das Lager 1992. Heute ist es frei zugänglich und liegt in einem sehr weitläufigen Gebiet, das sich durch wunderschöne Wiesen und Wälder auszeichnet. Die Gebäude sind entkernt und ebenfalls frei zugänglich. Nicht unbedingt also etwas für Hardcore-Lost-Place-Jäger, aber für mich und Adrenalyn auf jeden Fall einen Foto-Besuch wert.

Die Bilder in diesem Artikel kannst Du allesamt anklicken und somit vergrößern.

Beste Anfahrt

Mit dem Auto gelangt man nicht direkt in das Munitionslager, viel mehr ist an einer Schranke, von der ein etwa 1,4 Kilometer langer Weg bis zum Munitionslager führt, Schluss. Hier kann man meist prima parken und sich dann aufmachen, das Gelände zu erkunden. In Dein Navi gibst Du am Besten Kellinghusen, Lockstedter Weg Kreuzung Große Lohe ein. Dann kommst Du direkt zur Schranke.

Ins SAS Kellinghusen

Dann also Fußmarsch den Weg immer geradeaus. Die Wäldchen rechts und links lichten sich zu einer weiten Wiesenlandschaft, die akkurat gemäht ist (wer macht das bloß?). Menschen trifft man wenige bis keine. Und wenn doch, verlieren sie sich in der Landschaft. Als erstes fallen und die grasbewachsenen Hügel auf, auf denen schon Bäume wachsen. Das sind die Lagerhallen für die Sprengköpfe. Auf dem Gelände finden sich etwa zehn dieser Hallen.

Man darf sich nicht täuschen lassen, die Hallen sind wirklich ziemlich groß. Auch, wenn sie hier eher unscheinbar wirken. Die Welt sieht gleich ganz anders aus, wenn wir einmal hineinschauen…

…oder Adrenalyn darauf platzieren.

Der dunkle Turm

Vorbei an den ersten Hallen kommt man direkt zu einem Wachturm mit einigen verstreuten Gebäuden drumherum.

Der Turm war früher natürlich begehbar. Heutzutage auch, allerdings muss man außergewöhnliche Kletterkünste mitbringen. Unsere reichten nicht aus. Irgendjemand hat es aber geschafft und ein Seil angebracht, dessen Ende etwa 2,5 Meter über unseren Köpfen schwebte. Die Wendeltreppe von damals ist heute nur noch zu erahnen.

Das Gebäude unter dem Turm ist, wie alle anderen Gebäude auf dem Gelände auch, in einem recht maroden Zustand. Es stehen nur noch die nackten Mauern, die teilweise auch zerstört sind. Trotzdem fanden wir es spannend, die Gebäude zu erkunden.

Graffiti

Wo es Lost Places gibt, dürfen Graffiti nicht fehlen. Neben vielen blödsinnigen Schmierereien finden sich auch einige Prachtstücke. Die Schönsten haben wir natürlich fotografiert.

SAS Kellinghusen – Tunnel Rats

Richtig interessant wird dieser Lost Place durch mehrere hundert Meter lange Tunnel, die einige Gefechtsstände miteinander verbinden. Von außen sind die Tunnel nur als moderater bewachsener Wall erkennbar. Innen bestehen sie aus etwa 170 cm hohen Betonplatten, die wiederum mit Betonplatten gedeckelt sind. Zwar muss man dauerhaft gebückt laufen, wenn man größer als 170 cm ist, Platzangst dürfte sich aber nur in schweren Fällen einstellen. Entlang der Wände gibt es immer wieder schmale Schießscharten, die das Gefühl der Beklemmung ebenfalls mindern, da dort Licht hereinstrahlt. Manche Tunnel sind am Ende stockdunkel, da sie eine Biegung machen. Dort ist das Licht am Ende des Tunnels dann aber schnell wieder sichtbar.

Fazit

Wer Freude an der Natur hat und sich beim Besuch von verlassenen Orten nicht allzusehr von geltendem Recht abkehren möchte, für den ist das SAS Kellinghusen ein idealer Ort. Schöne Landschaft, kaum Menschen und ein gehöriges Stück Geschichte mit spannenden Eindrücken kann man hier finden. Alles frei zugänglich, wie gesagt. Wer gern spazieren geht, ist hier sowieso an der richtigen Adresse. Hunde sind anzuleinen (außer, es sieht niemand).

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