Canon Nifty-Fifty: Die große 50 mm Linse für kleines Geld
Fotografie

Canon Nifty-Fifty: Die große 50 mm Linse für kleines Geld

Die Canon 50 mm, auch Nifty-Fifty genannt, ist eine tolle Linse. Unter ambitionierten Fotografen ist sie ein Geheimtipp, und wer eine Kamera besitzt, an der sich Objektive anbringen lassen, ist gut bedient, sich die Linse so schnell wie möglich zuzulegen. Besonders, wenn das Budget für teure Linsen nicht reicht.

Canon 50 mm – Lasst Bilder sprechen

Bevor ich hier einige Anmerkungen zur Canon-Linse zum Besten gebe, lasse ich erst einmal Bilder sprechen. Das folgende Portrait unserer Autorin Adrenalyn habe ich mit meiner Canon 5D Mark II, einer recht alten (und immer noch hochklassigen) Vollformat-Kamera geschossen.

Canon 50 mm nifty-fifty: Die große 50 mm Linse für kleines Geld
Canon 50 mm nifty-fifty. Bild: © Michael Heinbockel

Das Portrait ist mit einer Softbox von vorn manuell geblitzt. Als Blende habe ich f/9 gewählt. Belichtet wurde mit 1/200s.

Das Objektiv macht knackscharfe Bilder und hat dennoch diesen, wie soll ich es ausdrücken, weichen Canon-Charme. Die Bilder sind scharf, aber irgendwie auch sehr smooth. Die Abbildungsleistung ist aber nur eine Stärke der Nifty-Fifty.

Canon 50 mm – Variationen und Preis

Es gibt einige Versionen der Canon 50 mm, die landläufig als Nifty-Fifty bezeichnet werden. Ich berichte hier über die Canon 50 mm EF f/1.8 II (*). Sie kostet, ebenso wie die Variante ohne die „II“, etwa 100 – 150 Euro. Zudem gibt es sie mit (*) und ohne STM Fokussierung und mit oder ohne Bildstabilisator. Ich berichte hier weder über die Version mit Bildstabilisator, noch über STM Fokussierung. Einfach, weil ich diese Linsen nicht habe.

Übrigens, STM bedeutet Stepping Motor. Damit wird gleichmäßig und leise fokussiert – zwei ideale Eigenschaften bei der Videoaufzeichnung.

Verarbeitung

Viel Kunstoff, etwas klapperig und sehr, sehr leicht. Was auf den ersten Blick als Nachteil erscheint, gefällt mir trotzdem gut. Besonders, dass das Objektiv sehr leicht ist. Mir ist das Objektiv sogar schon herunter gefallen und hat sich in zwei Teile zerlegt. Diese ließen sich aber wieder zusammensetzen, was ein bißchen tricky war, und es funktioniert weiterhin einwandfrei. Das Video, das mir damals geholfen hat, verlinke ich hier einmal.

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Warum Festbrennweite?

Viele Canon Kameras werden mit einer sogenannten Kit-Zoom-Lens ausgeliefert, die 50 mm schon abdeckt. Warum also eine 50 mm Festbrennweite? Eine Festbrennweite, auch Prime Lens genannt, hat entscheidende Vorteile. In unserem Fall sind das Folgende:

  • Die Linse zwingt Dich, Dein Bild anders zu komponieren, statt nur zu zoomen und abzudrücken, also mehr oder weniger Schnappschüsse zu machen. Du wirst mit diesem Objektiv „sehen“ lernen
  • Sie ist in der Regel lichtstärker
  • Sie hat eine viel schönere (und meist stärkere) Unschärfe (Bokeh)

Canon 50 mm – Bildaufbau lernen

Eine Festbrennweite zwingt Dich dazu, mit den Füßen zu zoomen. Du musst Dich zum Bild hin oder eben weg bewegen. Du erzielst einen Lerneffekt und wirst auch versuchen, die Perspektive zu ändern. Du komponierst Dein Bild aktiv, statt einfach nur drauf zu zoomen. Deine Sicht auf die Motive wird sich automatisch verändern, Dein Blick wird sich dramatisch verbessern. Du wirst gezwungen, zu improvisieren und das Motiv stärker zu analysieren. Daraus ergeben sich ganz neue Perspektiven und es wird Dir Spaß machen, interessante Bilder zu schießen.

Lichtstärke f/1.8

Eine Offenblende von f/1.8 lässt viel Licht durch das Objektiv. Damit hast Du den Vorteil, dass Du auch bei wenig Licht tolle Bilder machen kannst, ohne blitzen zu müssen. Die Belichtungszeit ist dabei immer noch kurz genug, damit Dein Bild nicht verwackelt. Und die ISO, also die Lichtempflindlichkeit des Kamera-Sensors, ist immer noch niedrig genug, damit das Bild nicht zu stark rauscht.

Das folgende Bild zeigt die Stärke der Nifty-Fifty eindrucksvoll. Die Lichtverhältnisse waren nicht ideal. Das Motiv saß in einem schlecht beleuchteten, relativ kleinen Raum, etwa 1,5 Meter von einem kleinen Fenster entfernt. Durch das Fenster schien moderates Tageslicht. ACHTUNG! KATZENFOTO!

Britisch Kurzhaar, Fotografie
125/s f/1.8 ISO 500 Canon 5D Mark II

Da ich recht nah am Motiv und die Blende komplett offen war, ist der Schärfebereich extrem klein. Du siehst, dass das rechte Auge bereits an Schärfe verliert und ich auf das linke Auge fokussiert habe. Die Schärfe ist knackig, die Verläufe sind stimmig. Die Hintergrundunschärfe ist einfach wunderschön warm und zerflossen. In Wirklichkeit ist es einfach ein Schlafzimmer mit einem ungemachten Bett.

Fazit

Ich glaube, Du hast es schon bemerkt. Ich bin ein wahrer Fan der Canon 50 mm. Mich hat sie damals jedenfalls sehr schnell weiter gebracht und neue Sichtweisen eröffnet. Besonders, wenn Du noch nie mit Festbrennweiten gearbeitet hast, kann ich Dir nur dringend empfehlen, dass einmal auszuprobieren. Es wird Deiner Fotografie garantiert einen gehörigen Schub nach vorne geben. Übrigens, Nifty bedeutet so viel wie raffiniert, schick oder elegant. Viel Spaß mit der raffinierten 50!


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Geschrieben von

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One Comment

  • Ralf

    Hallo, ein sehr netter Beitrag. Aber das aktuelle 50er STM soll noch besser sein und es hat ein Metall-Bajonett.
    Übrigens gibts von Canon keine 50er Festbrennweite mit einem Bildstabi, also IS.
    Zumindest so weit ich gesehen habe.
    Gruß. Ralf.

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