Frauke Liebs
Crime

Was geschah mit Frauke Liebs?

Frauke Liebs (21) sieht sich am Abend des 20. Juni 2006 zusammen mit Freunden das WM-Fußballspiel England gegen Schweden im Paderborner Irish Pub „The Auld Triangle“ an. Gegen 23:00 verlässt sie alleine das Pub, um sich auf den Heimweg zu machen. Ihre Wohnung in der Borchener Straße 56 ist nur 1,2 Kilometer vom Pub entfernt. Doch dort kommt sie nie an. 7 Tage lang gibt es noch Lebenszeichen von ihr. Doch dann verstummt sie ganz. 

Wer ist Frauke Liebs?

Frauke Liebs wurde am 21. Februar 1985 geboren. Sie hat in Bielefeld Abitur, und parallel dazu eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Ihr Anerkennungsjahr als Erzieherin absolvierte sie in der Behinderteneinrichtung Burg Wittlage in Bad Essen. Nach der Ausbildung wollte sie gerne in einer Behinderteneinrichtung arbeiten. Da sie trotz eines exzellenten Abschlusszeugnisses aber keine Stelle fand und nicht in einer Kindertagesstätte arbeiten wollte, entschied sie sich, eine Ausbildung zur Krankenpflegerin zu machen. Am 01.10.2005 begann sie daher schließlich eine Krankenpflegeausbildung am St. Vincenz-Krankenhaus in Paderborn, weshalb sie von Lübbecke dorthin zog. Um die Mietkosten gering zu halten, zog sie mit ihrem Ex-Freund Christos Karaoulis, der zur gleichen Zeit nach Paderborn ging, um dort Lehramt zu studieren, zusammen. Auch, wenn die beiden schon seit über einem Jahr kein Paar mehr sind, verstehen sie sich noch gut und haben eine freundschaftliche Beziehung. 

Chronologie 

20. Juni 2006

Am Abend ist Frauke mit ihrem Mitbewohner Christos und ihrer Mutter Ingrid Liebs beim Essen. Während dieses Treffens erhält sie von ihrer Freundin Isabella Cameron eine SMS, dass sie im Pub säße und gute Sicht auf die Leinwand habe; Frauke solle auch vorbeikommen.

Gegen 21:00 Uhr setzen Ingrid und Christos Frauke beim Pub ab. Da Christos seinen Wohnungsschlüssel vergessen hat, leiht Frauke ihm ihren Schlüssel. Er verspricht ihr, wach zu bleiben, bis sie nach Hause kommt, um sie dann reinzulassen.

Im Pub schreibt Frauke mehrere SMS an ihren Bekannten Niels. Niels ist einer der besten Freunde von Isabella; Frauke hat ihn erst vor kurzem kennengelernt. Als der Akku ihres Handys leer ist, leiht sie sich den vollen Akku ihrer Freundin Isabella und legt diesen in ihr Handy ein. Beide haben das gleiche Handy – ein Nokia 6230. Bevor sich Frauke unmittelbar nach dem Spiel, gegen 23:00 Uhr, auf den Heimweg macht, gibt sie ihrer Freundin den Akku wieder zurück. Frauke ist ab diesem Zeitpunkt also ohne funktionierendes Mobiltelefon unterwegs. Vermutlich hat sie sich zu Fuß auf den Heimweg gemacht. Welchen Weg Frauke genommen hat, ist bis heute unbekannt. Vom Pub zu Fraukes Wohnung gibt es drei mögliche Wege, die sie eingeschlagen haben könnte.

21. Juni 2006

Um 00:49 Uhr erhält ihr Mitbewohner Christos eine SMS von Fraukes Handy:

„Komme später. Das Spiel war lustig nicht gegen England Hdgdl bis später“

Christos und Frauke hatten vor dem Spiel noch gescherzt – egal, wie das Spiel läuft, Hauptsache, kein Achtelfinale gegen England. 

Frauke kommt in dieser Nacht nicht nach Hause und meldet sich auch nicht mehr bei Christos.

Die Polizei findet später heraus, dass diese SMS aus der Funkzelle Nieheim-Entrup (Kreis Höxter) versendet wurde, etwa 40 Kilometer von Paderborn entfernt. Der Funkmast, den Fraukes Handy nutzte, deckt auch einen Streifen westlich von Bad Driburg sowie östlich von Altenbeken ab, wie private Nachmessungen der Abstrahlwinkel des Funkmastes ergaben. Zwischen Verlassen des Pubs und dieser SMS lagen nicht einmal zwei Stunden – um in dieser kurzen Zeit so weit gekommen zu sein, muss Frauke zu jemandem in ein Fahrzeug gestiegen sein. 

Am nächsten Tag wartet Isabella vergebens in der Krankenpflegeschule auf Frauke. Die Lehrerin weiß nicht, warum Frauke nicht da ist – krankgemeldet hat sie sich nicht. Isabella ruft bei Christos an, sie denkt, Frauke könnte verschlafen haben. Christos wird durch den Anruf geweckt. Er sieht sofort in Fraukes Zimmer nach – es ist leer, das Bett ist gemacht. Umgehend telefoniert er vor Sorge die umliegenden Krankenhäuser ab. Frauke bleibt nachts nicht freiwillig weg, denkt er sich. 

Ihre Mutter möchte Vermisstenanzeige erstatten – zunächst erfolglos. Frauke sei eine erwachsene Person, die ihren Aufenthaltsort selbst wählen könne. Erst gegen Mittag des 22. Juni wurde die Vermisstenanzeige von der Polizei in Bad Driburg aufgenommen und der Fall an die zuständige Polizei in Paderborn abgegeben.

22. Juni 2006

Am Abend verteilt Fraukes Mutter zusammen mit etwa 40 Mitschülern von Frauke Flugblätter in der Paderborner Innenstadt. 

Um 22:25 klingelt Christos‘ Handy – Frauke ist dran. Sinngemäß sagt sie ihm, dass es ihr gut gehe und dass sie bald nach Hause käme. Er solle ihren Eltern und den anderen Bescheid geben. Danach legt sie unmittelbar auf. Auffallend: Sie nannte ihn in diesem Telefonat „Christos“, statt „Chris“. Das tat sie sonst nur, wenn sie sauer auf ihn war oder er ihr genau zuhören sollte. Christos fällt zudem auf, dass sie sehr langsam und monoton sprach, so als sei sie auf Drogen gewesen. Danach ist Fraukes Handy wieder ausgeschaltet. 

Frauke Liebs
Frauke Liebs

Die Ermittler leiten schließlich ein Verfahren wegen des Verdachts einer Geiselnahme ein, um so einen Rechtsgrund für die Überwachung von Fraukes Telefonverbindungen zu haben. Das Mithören würde nicht möglich sein, aber zumindest würden sie Orte und Verbindungsdaten erhalten. Parallel dazu werden Freunde und Bekannte von Frauke befragt, ihr Foto auf sämtlichen Public Viewing Leinwänden in Paderborn gezeigt. Erfolglos.

23. Juni 2006

Um 23:04 Uhr erhält Christos eine SMS von Fraukes Handy:

„Ich komme heute zurück nach Hause. Bin in Paderborn Hdgdl“

In dem Moment, in dem Christos diese SMS erhält, erhält Fraukes Bruder Frank eine automatische Benachrichtigung, dass Fraukes Handy wieder erreichbar sei. Sofort ruft er bei ihr an, sie nimmt ab. Sinngemäß fragt er sie, was sie mache und wann sie nach Hause komme. Sie sagt ihm, sie komme heute nach Hause, auch nicht zu spät. Sie sei in Paderborn, er solle nicht fragen. Auf die Frage, wo sie sei, antwortet sie: „Kann ich nicht sagen.“

Die Familie wartet daraufhin die ganze Nacht in Fraukes Wohnung auf ihre Rückkehr. Doch Frauke kommt auch in dieser Nacht nicht nach Hause.

24. Juni 2006

Um 14:23 ruft Frauke bei Christos an. Dies wird der einzige Anruf von Frauke bleiben, der tagsüber erfolgt. Wieder sagt sie, sie komme heute Abend nach Hause. Sie komme nicht so spät zurück. Auf die Frage, ob sie verletzt sei, antwortet sie: „Nein. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn.“

Familie und Freunde fragen sich, warum sie in diesem Telefonat Paderborn so sehr betont. Eine Antwort auf diese Frage haben sie bis heute nicht gefunden. 

Für die Polizei ist die Causa Frauke Liebs nicht besonders ernst zu nehmen, da sie sich täglich meldet. Der leise Verdacht der Polizei, dass Frauke gegen ihren Willen irgendwo festgehalten wird, wird durch diesen Anruf weiter abgeschwächt. Frauke lebt, sie ruft an – für die Polizei ist das kein Fall mehr. Sie sehen keinerlei Gefährdung von Frauke. Tatsächlich wird Ingrid Liebs von einem Polizeibeamten sogar angeschnauzt, sie sei eine überbesorgte Mutter. Dabei weiß die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, woher die Nachrichten und Anrufe kamen; nur die Herkunft der ersten SMS ist bis dato ermittelt worden. Der Netzbetreiber ließ sich mit der Benachrichtigung Zeit. Zudem hat die Polizei vorerst nur Anspruch auf die Daten bis 23. Juni 2006 – weiter reicht der richterliche Beschluss nicht. 

Frauke kommt auch an diesem Abend nicht nach Hause. 

25. Juni 2006

Um 22:28 meldet sich Frauke wieder bei Christos und kündigt an, heute nach Hause zu kommen. Sie sagt, sie sei nicht in Gefahr. Auf die Frage, warum sie nicht schon gestern nach Hause gekommen sei, sagt sie, sie könne das erklären. Als Christos fragt, wo sie sei, antwortet sie: „Erkläre ich dir, wenn ich zu Hause bin.“

Sie antwortet auf Fragen, doch es sind keine klaren Antworten. Es sind Rätsel. Christos versteht sie nicht. 

26. Juni 2006

Dies ist der erste Tag seit Fraukes Verschwinden, an dem sie sich nicht meldet. Keine Nachricht. Kein Anruf. Kein Lebenszeichen. 

Nokia 6230
Fraukes Handy, ein Nokia 6230, fehlt bis heute

27. Juni 2006

Frauke ruft um 23:24 wieder bei Christos an. Endlich. Fraukes Schwester Karen ist zu dieser Zeit noch bei Christos in der WG, Christos ruft sie zu sich und aktiviert den Lautsprecher seines Handys, damit Karen mithören kann. Es wird das längste Telefonat seit Fraukes Verschwinden. Etwa fünf Minuten wird es dauern. Christos und Karen stellen ihr viele Fragen. Fraukes Antworten sind abweisend. Sie könne nicht sagen, wo sie sei. Sie könne nicht nach Hause kommen. Warum, könne sie nicht sagen. Ja, sie werde festgehalten. Nein, nein, werde sie nicht! Sie habe keine Angst. Sie könne nicht sagen, wer bei ihr ist. Sie sei sehr müde. Sie wisse, dass die Polizei sie suche. 

Als Christos sie fragt, warum sie weg sei, antwortet sie: „Das weißt du doch, Chris.“ Nein, nicht wegen eines anderen Typen. Christos wisse doch, dass sie nicht wegen einem Typen eine Woche lang wegbleibe. Er kenne sie doch. Er solle Mama und Papa sagen, dass sie sie ganz doll liebe. Sie wisse nicht, wann sie zurückkomme. Christos fragt sie dreimal, wo sie sei. Frauke antwortet jedes Mal nur „Mama.“

Auch Karen spricht mit Frauke. Sie bittet Frauke, nach Hause zu kommen. Frauke sagt dazu nur „Das geht nicht, ich lebe noch!“ Als Christos sie bittet, sich wenigstens einmal am Tag zu melden, verabschiedet sich Frauke mit den Worten „Ja, mache ich. Ciao. Bis bald.“

Karen sagt später, Frauke habe wie in Trance geklungen, die Sprache sei total verwaschen gewesen. Das sei nicht nur von der Erschöpfung gekommen. Zudem glaubt sie, Frauke habe geweint. 

Christos hat nach diesem Telefonat Hoffnung. Hoffnung, weil das Gespräch so lange gedauert hat. Hoffnung, weil es ein Dialog war. Hoffnung, weil dies ein erster Schritt in die richtige Richtung war. Karen hingegen hat Angst, das Gespräch könnte so anders gewesen sein als all‘ die anderen, weil es ein Abschied war. 

Karen sollte recht behalten. Frauke meldet sich nie wieder.

Ermittlungsarbeit vor dem 4. Oktober

Bereits am 22. Juni hatte der Polizeibeamte, der Ingrid als überbesorgte Mutter abgestempelt hatte, Fraukes PC mitgenommen – ohne richterliche Genehmigung. Dieser PC stand jedoch auch am 27. Juni noch unangetastet in dessen Büro – keiner hatte sich bis dahin veranlasst gefühlt, den Inhalt des Computers zu überprüfen. 

Am 27. Juni erhielt die Polizei Fraukes Handydaten vom Netzbetreiber. Ingrid Liebs war vor Ort, als dem zuständigen Polizeibeamten die Daten zur Prüfung vorgelegt wurden. Der Beamte stellte schließlich fest, dass die Daten nur bis zum 23. Juni reichten, da er schlicht vergessen hatte, die Herausgabe der Daten über den 23. Juni hinaus zu beantragen. Er sah zu diesem Zeitpunkt allerdings auch keinen Grund, die Herausgabe der fehlenden Übertragungsdaten zügig zu veranlassen. 

Eine Fahndung nach Frauke erfolgte ebenfalls nicht. 

Auch das Interesse der zuständigen Staatsanwaltschaft an Frauke Liebs war äußerst gering. Am 28. Juni erstattete ein Rechtsanwalt im Auftrag von Familie Liebs dort Vermisstenanzeige. Als keine zügige Reaktion seitens der Staatsanwaltschaft hierauf erfolgte, fragte Ingrid Liebs am 30. Juni unmittelbar beim zuständigen Staatsanwalt nach. Doch der hatte Wichtigeres zu tun: „Es ist 12 Uhr, mein Wochenende beginnt. Ich kümmere mich nächste Woche um den Fall.“

Der Leichenfund – Totengrund

Am 4. Oktober 2006 klingelt in der Mordkommission das Telefon. Ein Jäger habe an der Landstraße 187 zwischen Herbram-Wald und Asseln eine Leiche gefunden. An einem dicht bewachsenen Waldstück, das „Totengrund“ heißt. Der Kleidung nach zu urteilen könnte es Frauke Liebs sein; wie Frauke am Tag ihres Verschwindens trug die Leiche eine Blue Jeans, ein rotes Oberteil und weiße Turnschuhe. Zwei Tage später hatte die Familie Gewissheit – die Leiche war Frauke Liebs.

Die Leiche war lieblos abgelegt und nur mit etwas Reisig und Laub abgedeckt worden. Sie war bereits skelettiert. An der Kleidung fanden sich keine Spuren von Gewalteinwirkung. Sprengstoffhunde fanden keinerlei Hinweise auf Schießpulver. Es wurden keine Fingerabdrücke oder DNA-Spuren gefunden. Der Fundort war nur Ablageort, nicht Tatort. Alle Fuß- und Reifenspuren, die die Ermittler zum Täter hätten führen können, waren durch die Witterung längst ausgelöscht. 

Die Obduktion der Leiche ergab, dass Frauke höchstens ein paar Tage nach ihrem letzten Anruf gestorben sein muss. Die Todesursache ist bis heute unbekannt. Es gibt keine Hinweise auf Schuss- oder Stichverletzungen. Das Zungenbein ist intakt. Die Knochen sind allesamt unbeschädigt. Es gibt keine Anzeichen für sexuellen Missbrauch, wobei dieser dennoch nicht ausgeschlossen werden kann. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass Frauke erdrosselt oder erstickt wurde, wobei eine Erdrosselung aufgrund des intakten Zungenbeins unwahrscheinlich ist. Bei einer Erdrosselung bricht das Zungenbein in den meisten Fällen. In Fraukes Knochen und Haaren wurden keine Spuren von Drogen gefunden, wobei K.o.-Tropfen vom Körper sehr schnell abgebaut werden; ein Überdosis K.o.-Tropfen kommt daher ebenfalls als Todesursache in Betracht. 

Fraukes Handy, ihre Uhr und ihre Handtasche fehlen bis heute. 

Fossil Armbanduhr
Fossil Armbanduhr

Die weiteren Ermittlungen 

Handydaten

Die Handydaten zwischen dem 21. Juni und dem 27. Juni 2006 wurden schließlich ausgewertet. Sämtliche Anrufe kamen aus Industriegebieten rings um Paderborn: 

• Am 22. Juni aus Hövelhof-Dreihausen (Sennelager)

• Am 23. Juni aus Paderborn Dören

• Am 24. Juni aus Paderborn Mönkeloh

• Am 25. Juni aus Paderborn Berliner Ring

• Am 27. Juni aus Paderborn Benhauser-Feld

Verdächtige

Fraukes Ex-Freund und Mitbewohner Christos wurde genauestens überprüft – er kommt aufgrund wasserdichter Alibis als Täter jedoch nicht in Betracht. Das gleiche gilt für Fraukes Freunde, mit denen sie sich im Pub getroffen hatte. 

Fraukes neuer Bekannter Niels wird ebenfalls genau überprüft. Er kennt Frauke nicht lange, er war zwei Tage vorher mit ihr picknicken. Er lebt in Hövelhof, im Bereich der Funkzelle des ersten Anrufs. Er hat erst ein paar Wochen zuvor einen traumatischen Vorfall erlebt – sein bester Freund hatte sich das Leben genommen. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof Auf dem Dören, wohin Niels häufig auch nachts ging. Aus dieser Ecke kamen die meisten von Fraukes Anrufen. Sein Auto wurde auf Faserspuren untersucht, Leichenspürhunde wurden eingesetzt. Gefunden haben die Ermittler nichts. Zudem hat er überwiegend wasserdichte Alibis.

In Sennelager leben viele englische Soldaten. Die Polizei hat daher die Special Investigation Branch (SIB), die englische Kriminalpolizei für Militärangehörige, eingebunden. Doch auch die Überprüfung der Soldaten brachte kein Ergebnis.

Weitere Maßnahmen 

Während der Beerdigung hat die Polizei Filmaufnahmen gemacht, um so vielleicht den Täter zu finden. Sie filmten den Eingang und damit jeden, der zur Trauerfeier kam. Hinterher stellte sich heraus, dass die Polizei vergessen hatte, auch den zweiten Eingang zu filmen. Sie hatten daher längst nicht alle Besucher der Trauerfeier gefilmt.

Die Polizei hat insgesamt mehr als 1.000 Personen überprüft, etwa 40 Durchsuchungen vorgenommen. Herausgekommen ist bisher nichts.

Eine operative Fallanalyse des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen kam im Jahr 2007 zu dem Schluss, dass Frauke vermutlich im Raum Nieheim festgehalten wurde und zur Ablenkung für die Anrufe in den Großraum Paderborn gebracht wurde.

Im Jahr 2016 wurden kurzzeitig Verbindungen zum Fall des Paares aus Höxter gezogen, das in seinem Haus in Bosseborn mehrere Frauen gefangen gehalten und misshandelt, zwei von ihnen sogar getötet hatte. Es konnten jedoch keine Zusammenhänge zwischen diesem Fall und Frauke Liebs gefunden werden.

Aktueller Stand

Seit über 14 Jahren ist der Fall nun ungeklärt, doch Mord verjährt nicht.  Die Familie hat die Hoffnung  nicht aufgegeben, dass der Täter noch gefunden wird. Sollten Sie Hinweise zum Fall Frauke Liebs geben können, melden Sie sich bitte bei der Kriminalpolizei Bielefeld unter 0521 – 54 50. Für Hinweise, die zur Ergreifung und zur rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen, wurde die Belohnung in diesem Jahr auf Euro 30.000,00 aufgestockt.

Anonyme Hinweise können über diese Webseite https://www.frauke-liebs.de gegeben werden. Hier sind zudem konkrete Fragen aufgelistet, auf die die Familie dringend Antworten sucht.

An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich Ingrid Liebs danken, die mich für diesen Artikel mit weitergehenden Informationen versorgt hat. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen, dass sie nach so vielen Jahren endlich erfährt, was mit ihrer Tochter geschehen ist. Und warum. 

Bitte helfen Sie, liebe Leserinnen und Leser, ihr dabei, indem Sie sich melden, wenn Sie Hinweise zu diesem Fall geben können. Danke!

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Geschrieben von

Autorin. Rechtsanwältin. Apfel-affin. Katzennärrin. Nervtötend.

 
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