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Zeit Verbrechen im Deutschen Schauspielhaus

Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der Zeit sowie Herausgeberin von Zeit Verbrechen, und Andreas Sentker, Ressortleiter Wissen, präsentierten ihren Postcast Zeit Verbrechen gestern im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Und das war sehenswert.

Das Sprechtheater, fertiggestellt im Jahre 1900, fasst 1200 Zuschauer und war gerammelt voll. In der Mitte der Bühne saßen zwei Menschen und machten, ganz ohne Allüren und wie jede Woche (dann allerdings im Büro), ihren Podcast. Spannend, professionell und fesselnd. Eben zwei Vollblutjournalisten.

Die Szenerie unwirklich. Wie bei einem Konzert war die Lobby voller Menschen, Eingangskontrolle, Snacks, Getränke. Suchen nach dem Zugang zum Platz. Die Menge schiebt sich langsam in den Theaterraum. Und dann Jubel, als Sabine (fast schüchtern)  und Andreas die Bühne betreten, winken, scherzen und dann konzentriert ihren Fall erzählen und analysieren. Das Publikum ist für 1,5 Stunden gespannter Zaungast und scheinbar ausgeblendet.

Diesmal wurde ein Fall ausgewählt, der sich nur wenige hundert Meter vom Deutschen Schauspielhaus im Jahre 2010 ereignet hat. Ein tragisches Tötungsdelikt, dass minutiös auf Überwachungskameras gefilmt wurde und in Hamburg politische Wellen geschlagen hat. Wie immer ist der Fall von Sabine Rückert umfassend recherchiert, ja geradezu zerlegt worden. So werden Besuche bei der Familie des Opfers geschildert, die sich das Video, auf dem die Tötung ihres Kindes zu sehen ist, immer und immer wieder anschauen. Und warum das so ist. Der Podcast wird in etwa drei Wochen auf  Zeit Verbrechen zu verfolgen sein, daher will ich hier keine Details spoilern.

Die Idee, Zeit Verbrechen auf eine große Bühne zu bringen, ist aufgegangen. Wir durften einen eindrucksvollen Abend erleben. Zeit Verbrechen hat, leise und abseits von Sensationsgier, das Schauspielhaus gerockt.

 

Anekdote am Rande: Das Mädel vom Snack-Stand verkauft 4 Brez’n für 7.50€. Macht pro Brez’n 1,875€. Ja, so hab‘ ich auch geguckt.

 

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